Der einsilbige Goethe

mark-twain_kleinFolgen Sie diesen drei Schreibtipps, und Ihre LeserInnen werden es Ihnen danken, zum Beispiel indem Sie Ihren Text zu Ende lesen.

1. Kurze Wörter sind gute Wörter. Sie machen Ihren Text verständlicher und deshalb noch lange nicht unseriös. Goethes Ballade „der Fischer“ besteht zu 76 Prozent aus einsilbigen Wörtern. Klar, damit musste er auf Buchstabenmonster wie Wirksamkeitsprüfstand, Telekommunikationsdienstleistungen oder Komponentenwiederherstellungszeitplan verzichten. Aber das tun Ihre LeserInnen auch gerne. Und übrigens: Es gibt keinen Unterschied zwischen Witterungsbedingungen und Wetter, zwischen Aufgabenstellung und Aufgabe, zwischen Thematik und Thema …

2. Suchen Sie Bewegungen. Es ist viel interessanter zu lesen, wer etwas tut als mit wem etwas geschieht. Legen Sie daher Ihr Augenmerk auf Bewegungen, auf starke Verben und vermeiden Sie den Gebrauch des Passivs, wo es nicht wirklich sinnvoll ist. Es gibt wunderschöne Alternativen zu den langweiligen Wörtern „haben“ und „sein“. Und bevor etwas „geschieht“, „vorgenommen wird“, „sich ereignet“ oder „passiert“, suchen Sie besser nach etwas Konkretem, das weniger einschläfernd wirkt.

3. Schreiben Sie abwechslungsreich. Die deutsche Sprache ist reich an Möglichkeiten. Nutzen Sie ihre Fülle, sei es bei den Satzzeichen, bei rhetorischen Figuren oder beim Gebrauch von Synonymen. Variieren Sie die Satzlänge, spielen Sie mit den LeserInnen, indem Sie Ihnen rhetorische Fragen stellen, wechseln Sie Perspektiven und nutzen Sie sprachliche Bilder (aber nie mehr als eines pro Satz).

Mehr, viel mehr solche Tipps erwarten Sie in unseren Schreibcoachings und Schreibseminaren.

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