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Kreativität den Weg bereiten

kreatives-pensum2014 hat Mason Currey in seinem Buch „Für mein kreatives Pensum gehe ich unter die Dusche“ die Rituale und Gewohnheiten von rund 80 berühmten Künstlern zusammengetragen. Der Autor lässt Joyce, Eco, Fellini, Austen, Picasso, Tolstoi und viele mehr zu Wort kommen und erzählen, wie und wo sie am kreativsten sind. Wenn sich eines sagen lässt, dann das: Es gibt kein Patentrezept für Kreativität. Gut, es kommen erstaunlich oft Alkohol und Kaffee vor, aber das war es auch schon.

Marcel Proust arbeitete zum Beispiel am liebsten in der Nacht, für Günther Grass war das undenkbar und William Faulkner bevorzugte den frühen Morgen.

Stephen King schreibt jeden Tag, ausnahmslos, selbst an Geburts- und Feiertagen hämmert er in die Tasten, sein tägliches Minimum beträgt 2.000 Wörter. Jean-Paul Sartre ging es da deutlich relaxter an und Gertrude Stein reichte überhaupt eine halbe Stunde pro Tag.

Igor Strawinski konnte nur bei geschlossenem Fenster komponieren, Pjotr I. Tschaikowski, Sören Kierkegaard oder Ludwig van Beethoven schwörten dagegen auf ausgedehnte Spaziergänge, um ihre Kreativität in Schwung zu bringen. Friedrich Schiller sagt man nach, er hätte faulige Äpfel in einer Schublade seines Schreibtisches gelagert, weil ihn der Geruch des Verderbens anregte, und Edith Sitwell schrieb fast nur im Bett.

Sie sehen: So viele Menschen, so viele Zugänge zur Kreativität. Aber ganz bestimmt gibt es etwas, das auch Ihnen hilft, kreativ zu sein. Brauchen Sie eher wie Francis Bacon das Chaos oder wie Thomas Hobbes oder Twyla Tharp den exakten Ablauf und die Ordnung? Ist die Stille das Ihre oder die anregende Geräuschkulisse durch Musik oder einen laufenden Fernseher? Ist es die Energie des Morgens oder jene des Abends, die Ihnen bei ihrem Projekt hilft?

Was brauchen Sie, um kreativ zu sein? Wie muss Ihr idealer Arbeitsplatz aussehen? Was muss vorher passiert sein? (Aber Vorsicht vor Prokrastination! Müssen die Fenster wirklich geputzt sein, bevor sie mit der Arbeit beginnen können?) Was hilft Ihnen? Die Tasse Tee oder Kaffee, das offene Fenster, die Sicherheit, dass niemand sie stört, ein klärendes Gespräch?

Sie sind der Experte/die Expertin für sich, also hören Sie auf und in sich. Vielleicht kommt Ihnen ja auch bei der Lektüre von Mason Currey der eine oder andere Gedanke.

Literatur:
Mason Currey: „Für mein kreatives Pensum gehe ich unter die Dusche“, Zürich und Berlin: Kein & Aber 2014.

Mittlerweile gibt es einen Folgeband:
Mason Currey/Arno Frank: „Am kreativsten bin ich, wenn ich bügle“, Zürich und Berlin: Kein & Aber 2015.

Seminartipp:
Wenn Sie dieser Beitrag interessiert hat, dann sind Sie auch in unserem Seminar für Kreativitätstechniken „Ideenlos? Ideen, los!“ richtig.

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