Kreativ destruktiv sein

kopfstandkleinKreativitätstechniken – was ist das eigentlich? Man kennt Brainstorming, vielleicht noch die Arbeit mit Mind Maps, dann ist oft schon Schluss. Das ist schade. Deshalb stellen wir hier spannende Techniken vor. Den Anfang machen wir mit der Kopfstand-Methode

Das kennen Sie sicher: Eine Gruppe brütet über einer Fragestellung, zu der scheinbar schon alles gedacht und gesagt wurde. Zynismus dominiert. Oder: Sie suchen nach Lösungen für ein altes Problem. Längst drehen sich die Gedanken im Kreis, Sie glauben nicht mehr wirklich an einen Weg. Zeit für einen radikalen Perspektivenwechsel, zum Beispiel die Umdrehung der Frage in ihr exaktes Gegenteil.

Und so geht’s:
1. Wählen Sie ein Problem und die entsprechende Fragestellung. Sie sollte möglichst konkret sein. Idealerweise beginnt sie mit „Was kann ich tun/was können wir tun, damit …“.

2. Nun drehen Sie die Frage in ihr Gegenteil um. Aus „Was können wir tun, um die Kundenzufriedenheit zu  erhöhen?“ wird vielleicht „Was können wir tun, um alle unsere Kunden zu vergraulen?“.

3. Sammeln Sie jetzt Antworten zu dieser umgedrehten Fragestellung. Das klappt gut, weil unsere ganze destruktive Kraft und damit meist auch viel Humor ins Spiel kommen. Hören Sie nicht zu früh auf und tauchen Sie unbedingt durch die erste große Ideenpause durch: Die guten Ideen lassen sich meist Zeit.

4. Wenn wirklich nichts mehr kommt, bewerten Sie die Antworten der Reihe nach mit „trifft zu“, „trifft nicht zu“ und „trifft etwas zu“, je nachdem wie weit diese tatsächlich mit der Realität übereinstimmen. Kam zum Beispiel der Vorschlag „Wir lassen den KundInnen nur ein kleines Zeitfenster, in dem Sie uns antreffen“, dann kriegt das ein „trifft etwas zu“ oder gar ein „trifft zu“, wenn Ihre Öffnungszeiten wirklich nicht optimal sind.

5. Kehren Sie schließlich zu Ihrer ursprünglichen Frage zurück und gehen Sie mit ihr im Kopf die Ergebnisse der verkehrten Frage durch. Welche Ideen finden Sie nun? Achten Sie darauf, dass es mehr ist als ein bloßes Umdrehen. So wird etwa aus dem „kleinen Zeitfenster“ bei den Öffnungszeiten nicht „Wir haben immer geöffnet“, sondern besser: „Wir finden heraus, wann die KundInnen uns brauchen.“

Probieren Sie die Kopfstandmethode aus, sie funktioniert – und sie macht Spaß. Wir haben eine destruktive Ader, also nutzen wir sie auch!

Seminartipp
Wen Sie diese Methode interessiert, dann sind Sie auch in unserem Seminar „Ideenlos? Ideen, los!“ richtig. Da warten viele, viele weitere Techniken und Erkenntnisse auf Sie.

Video
Zu diesem Thema haben wir auch ein Video gedreht.

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