KLEINER E-MAIL-KNIGGE II

klausiEs sollte nur ein kurzes Mail werden, zwei Sätze, die sind schnell geschrieben, und dann kosten die Anrede und die Verabschiedung plötzlich so viel Zeit: Welche Begrüßung passt denn nun? Wie förmlich muss sie sein? Und gibt es wirklich keine Alternativen zu „Lieber …“ und „Liebe Grüße“?

Welche Begrüßung und Verabschiedung am besten zu Ihrem Mail passen, hängt von Ihnen und von Ihrem Verhältnis zum/zur Empfänger/in ab. Von Ihnen, weil Sie sich damit wohl fühlen sollen. Die einen sind auch im persönlichen Kontakt eher umgängliche Typen, die schnell zum Du-Wort greifen, den anderen sind vielleicht Distanz oder Höflichkeit wichtig und sie möchten das auch von Beginn an klarstellen.

Und natürlich wird sich auch die Art des Verhältnisses (Auftraggeberin/Kundin; Kollege/Vorgesetzte; öffentliches Amt/Privatperson), in dem die beiden Kontaktpersonen zueinander stehen, auf den Grad der Förmlichkeit auswirken. Generell ist das Mail ein relativ informelles Medium, dennoch werden wir mit Unbekannten eher per Sie sein und mit einem „Sehr geehrte/r …“ beginnen. Ausnahmen bestätigen die Regel: Es kann durchaus Branchen geben, in denen sich auch unter einander Unbekannten das Du-Wort und ein lockerer Ausdruck durchgesetzt hat.

Hier eine Liste der möglichen Begrüßungsformeln, von sehr leger bis sehr förmlich. Übrigens hat der Beistrich das Rufzeichen abgelöst, danach geht es klein weiter:

Hi Max,

Hallo Max,

Lieber Max,

Hallo Max Mustermüller,

Lieber Max Mustermüller,

Guten Tag, Herr Mustermüller,

Grüß Gott, Herr Mustermüller,

Sehr geehrter Herr Mustermüller,

Sie sehen, besonders groß ist die Auswahl nicht. Ein bisschen mehr Spielraum eröffnet sich bei den Verabschiedungen. Hier eine mögliche Liste:

Liebe Grüße (lg)

Mit freundlichen/besten Grüßen (mfg)

Mit freundlichem Gruß

Einen freundlichen Gruß nach/freundliche Grüße aus …

Herbstliche/ sonnige/winterliche Grüße …

Eine schöne Woche wünscht Ihnen …

Einen guten Start in die Woche wünscht Ihnen …

Ich wünsche Ihnen einen guten Start in die Woche …

Hochachtungsvoll (überholt)

Bedenken Sie, dass es nur dann sinnvoll ist, etwas zu wünschen, das sich auf einen konkreten Zeitpunkt wie ein Wochenende bezieht, wenn der/die Empfänger/in das Mail auch wirklich vorher erhält. Diese Liste ist natürlich nicht vollständig, weil Sie auf vielerlei Art etwas wünschen, etwas hoffen oder sich bedanken können. Auf alle Fälle haben Sie am Ende eher die Möglichkeit, die Floskel zu vermeiden und etwas Persönliches einzuflechten. Übrigens gehört zwischen Verabschiedung und Name kein Beistrich.

Lesen Sie auch den ersten Teil „E-Mail-Knigge I“.

Falls Sie noch weitere Fragen zum Thema E-Mails haben, können Sie uns die gerne schicken. Wir sammeln sie für einen zweiten Teil. Wenn Sie noch mehr Fragen zum Thema Schreiben haben, ist vielleicht unser Textseminar etwas für Sie.